LIFE+ Traisen: Erfolge des Projektes

Der neue Traisen-Fluss ist nun selbst die fischdurchgängige Verbindung zur Donau. Er ist frei von Hindernissen und natürlich gestaltet. Das Hauptziel des Projekts war die Verbesserung der Habitat-Situation in diesem Teil des Europaschutzgebiets „Tullnerfelder Donauauen“.

Karte Projektgebiet

Projektgebiet Traisen

Das LIFE+ Projekt setzte Maßnahmen im Bereich zwischen der Donau und dem ehemals errichteten Traisen-Kanal um und schuf dort auf ca. 10 km Länge einen gänzlich neuen Traisen-Fluss mit umgebenden Uferzonen und einer großen Mündungszone an der Donau. Rund um das Kraftwerk Altenwörth wurde das Wasser der Traisen in dieses neue Flussbett umgeleitet. Das alte Gerinne blieb zur Entlastung bei großen Hochwässern und als Stillgewässer bestehen. Das LIFE+ Projekt erschuf den NEUEN Traisen- Unterlauf, der keine Revitalisierung eines alten Flussabschnitts ist, sondern eine Neuschaffung von dynamischen Fluss- und Au-Lebensraum.
Donaukraftwerk Altenwörth
Flugaufnahme von der Flachwasserzone der neuen Traisen

Neues Fließgewässer

Die Neuanlage des 10 km langen, mäandrierenden Traisen-Flusses mit dynamischen Ufern und intensiver Wasser- Land Verzahnung ist fertiggestellt und soll sich dynamisch und natürlich weiterentwickeln. Neue Fließgewässer- Habitate im Ausmaß von etwa 30 Hektar (bezogen auf Mittelwasser) wurden angelegt.
Überflutungszonen des neuen Flusses sind im Ausmaß von 60 ha aktiv geschaffen worden. Sie sind der Standort des prioritären Habitats Silberweiden-Au, der ein Teil des FFH- Lebensraumtyps 91E0* ist. Diese Auwälder sind typisch für das Gebiet. Die jungen Auwälder entwickeln sich laut Experten sehr gut und werden ihre typische Ausprägung erreichen. Weiden und Pappeln siedelten sich eigenständig auf den neuen Uferzonen an und bereichern diese flusstypischen Habitate im Natura 2000 Gebiet um rund 5%.

Fischerboot schwimmt in einem Auwald-See

Neue Auweiher

Stillgewässer sind entlang der neuen Traisen und im benachbarten Augebiet angelegt worden. Es handelt sich um größere Gewässer, sogenannte Auweiher, mit natürlichen Uferzonen aber auch um Amphibienzonen mit seichten und temporären Wasserflächen. Insgesamt führten die Arbeiten zur Bereicherung der Gewässervielfalt im Augebiet im Ausmaß von 15 Hektar.
Fischer mit großem Huchen im Wasser

Fischfreundliche Maßnahmen

Das Projekt stellte mit der neuen Traisen eine fischpassierbare Vernetzung her, die heute das Augebiet und seine vielfältigen Gewässer, den Traisen-Fluss und die Donau miteinander verbindet. Es besteht eine dauerhafte Fischpassierbarkeit ohne Hindernisse im neuen Traisen-Fluss. Die damit verbunden Fischwanderungen und die Verbesserungen des Fischbestandes strahlen auch auf die Fischfauna der Donau nachhaltig aus. Bis 2019 haben bereits 39 autochtone Fischarten, darunter 11 FFH Anhang II Arten die Habitate angenommen. Die Arten wanderten nicht nur in den neuen Flussabschnitt ein, sondern vermehrten sich auch in der neuen Traisen.
Pressemeldung zum Fisch-Monitoring

Spätsommerliche Eindrücke von der neuen Traisen

Violette Orchidee blüht in grüner Wiese

Wiesen und Trockenflächen

Das Projekt führte auch zu einer dauerhafte Verbesserung des Erhaltungszustandes von typischen Wiesenlandschaften im Augebiet. Diese als Trockenrasen bezeichneten natürlichen Wiesen gehören zum FFH- Lebensraumtyp 6210* und stehen nun auf 30 Hektar Fläche vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung. 
Unerwünschte Pflanzen, sogenannte Neophyten hat das Projekt im neuen Flussabschnit und auf den Wiesenflächen auf 25 Hektar mit dauerhaftem Erfolg bekämpft. Es kamen natürlich nur mechanische Verfahren zum Einsatz. So konnte die Goldrute fast vollständig aus den Wiesen entfernt werden.
Luftaufnahme von der neuen Traisenmündung mit Blick auf die Donau

Erhalt und Pflege

Da alle ökologischen Wirkungen bzw. die natürliche Dynamik auch dauerhaft gesichert sein sollen, sind Übereinkommen zur Duldung und für dauerhafte Pflegemaßnahmen abgeschlossen worden. Die meisten Maßnahmen fanden auf Fremdgrund statt, daher wurden die Grundbesitzer für verschiedene vermögensrechtliche Nachteile entschädigt . Das war die Basis für die Durchführung des Projekts. Diese Finanzierung wurde ohne Inanspruchnahme von LIFE Geldern abgewickelt.

Die Flusslandschaft wird sich nun ungestört auf natürliche Weise weiterentwickeln. Die Natur selbst kann neue Lebensräume entstehen lassen und alte verändern. Die positiven ökologischen Folgen der neuen Traisen strahlen weit über die Grenzen des Projekts aus und sind nachhaltig wirksam.